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Interpretationshilfen zur Selbsteinschätzung

Wichtig: Nur die einzelnen Aufgaben im letzten Teil des Fragebogens beziehen sich ausschließlich auf die Betriebsratsarbeit. Für die Selbsteinschätzung der Kompetenzen ist es meistens egal, in welchen Bereichen sie entwickelt oder eingesetzt werden: Organisationstalent oder Konfliktfähigkeit, die ich (bisher) zwar nicht im Betriebsrat, aber in einer Partei oder einem Verein gelernt habe und dort auch anwende, steht als Kompetenz natürlich prinzipiell auch im Betriebsrat zur Verfügung. Bei der Selbsteinschätzung also auch an andere Bereiche denken, in denen die entsprechende Kompetenz zum Tragen kommt und ggf. diesen zur Selbstbewertung heranziehen.

Interpretationshilfen für die Fragen zur Selbsteinschätzung

Wichtig: Nur die einzelnen Aufgaben im letzten Teil des Fragebogens beziehen sich ausschließlich auf die Betriebsratsarbeit.
Für die Selbsteinschätzung der Kompetenzen ist es meistens egal, in welchen Bereichen sie entwickelt oder eingesetzt werden: Organisationstalent oder Konfliktfähigkeit, die ich (bisher) zwar nicht im Betriebsrat aber in einer Partei oder einem Verein gelernt habe und dort auch anwende steht als Kompetenz natürlich prinzipiell auch im Betriebsrat zur Verfügung. Bei der Selbsteinschätzung also auch an andere Bereiche denken, in denen die entsprechende Kompetenz zum Tragen kommt und ggf. diesen zur Selbstbewertung heranziehen.

Fachlich-inhaltliche Kompetenz:

Ich habe breites Allgemeinwissen / Kenntnis des Zeitgeschehens:
Voraussetzung dafür, über den eigenen Tellerrand hinaus schauen zu können. Gemeint ist damit, aktuelles -vor allem politisches - Geschehen zu überblicken und in größere Zusammenhänge einordnen zu können.
Ich habe breites Fachwissen in meinem Zuständigkeitsbereich (z.B. Ausschussarbeit -> Arbeitszeitmodelle, Gehaltsmodelle, Tarif etc.)
 In den Themen für die ich zuständig bin kann ich Auskünfte geben / Positionen erarbeiten ohne auf andere angewiesen zu sein.
Ich kenne die gesetzlichen Grundlagen für meine BR-Arbeit und kann sie auf konkrete Fragen anwenden
Ich weiß, worauf Betriebsräte Anspruch haben und kann bei konkreten Fragen auf die entsprechenden Gesetzestexte verweisen.
Ich kann mit moderner Arbeits- / Kommunikationstechnik umgehen
Computeranwendungen wie Office, Kalender oder Mail kann ich für die Betriebsratsarbeit nutzen
Ich habe betriebswirtschaftliches Grundwissen
Ich habe eine Idee davon, wie planerische, organisatorische und kalkulatorische Entscheidungen in Betrieben zustande kommen.
Ich habe einen guten Überblick über das Unternehmen / die Organisation
Ich kann Funktionen die entsprechenden Personen zuordnen und die organisatorischen Abläufe sind mir geläufig.


Sozial-kommunikative Kompetenz

Ich komme gut in den Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen und kann ihn auch halten
Es fällt mir leicht auf Menschen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Diesen Faden kann ich auch über längere Zeit halten: Ich weiß meistens noch, worüber wir beim letzten Gespräch geredet haben und kann mir den persönlichen Hintergrund meiner Gesprächspartner merken.
Ich kann gut zuhören und das so zusammenfassen, dass mein Gegenüber sich verstanden fühlt
Bei Gesprächen, in denen es um Probleme geht, fasse ich mein Verständnis des Inhalts zusammen und lasse mir bestätigen, dass es so gemeint war. Dabei hat mein Gegenüber die Möglichkeit mich zu ergänzen und zu korrigieren.
Ich kann mich gut mit den KollegInnen identifizieren
Ich kann Situationen und Probleme gut aus der Perspektive der betroffenen Kolleg/innen betrachten.
Ich kann gut mit und in Teams arbeiten
Ich arbeite gerne mit anderen zusammen und es ist effektiv: das Ergebnis ist meist besser als wenn jede/r für sich alleine arbeitet.
Ich kann andere gut motivieren
Nach Gesprächen mit mir passiert es oft, dass mein/e Gesprächspartner/in sich (mit mehr Energie) an eine Sache herantraut.
Ich bin in Verhandlungen durchsetzungsfähig / erfolgreich (im Gremium und mit dem Arbeitgeber)
Ich kann dafür sorgen, dass die Interessen, die ich für richtig halte, ausreichend berücksichtigt werden.
Ich kann ausgleichend wirken
Wenn es unterschiedliche Positionen gibt finde ich oft einen Weg, gut mit den Gegensätzen umzugehen.
Ich bin konfliktfähig
Ich scheue mich nicht davor, unterschiedliche Positionen sichtbar zu machen und offensiv damit umzugehen.
Ich bin als Person akzeptiert und authentisch
Ich kann mich so geben wie ich bin ohne mich zu verrenken und werde von meinem Umfeld geschätzt.
Ich bin verbindlich und kann für Verbindlichkeit sorgen (Klarheit in den Absprachen und zeitnahe Feedbacks, Zuverlässigkeit)
Zusagen die ich gebe halte ich ein - und gebe nur solche, die ich auch einhalten kann.
Ich kann mich selbst gut einschätzen / mir Rückmeldungen organisieren
Ich kenne meine Stärken und Schwächen und weiß, wen ich um eine realistische Beurteilung meiner "Produkte" oder meines Verhaltens bitten kann.


Methodische Kompetenz

Ich kann Moderieren
Moderieren heißt, Diskussionen durch Fragen und Zusammenfassungen zu strukturieren  und zu bündeln und zu einem konsensfähigen Ergebnis zu führen.
Ich kann Präsentieren
Präsentieren heißt, Inhalte so aufbereiten zu können, dass das Wichtigste herausgearbeitet wird und in einer Form darzustellen, dass ein leichtes Verständnis möglich ist. Dazu gehört in der Regel auch eine begleitende Visualisierung.
Ich verfüge über ein gutes Zeit- / Selbstmanagementmanagement
Gutes Zeit und Selbstmanagement ist daran erkennbar, dass man sich nicht ständig unter Stress fühlt und trotzdem keine wichtigen Dinge "hinten runterfallen".
Ich kann Argumentieren und Verhandeln
Ich weiß in der Regel sehr gut, was ich will und kann das auch so begründen, dass es für andere nachvollziehbar und akzeptabel wird.
Ich habe Organisationstalent
"Als Organisator wird eine Person bezeichnet, welche die Zusammenarbeit zu einem größeren Werk in die Wege leitet." (Wikipedia) Organisationstalent heißt also, bei größeren Anforderungen zu sehen, was zu tun ist und dafür sorgen zu können, dass es im passenden Zeitrahmen auch erledigt wird.
Ich kann für gute Rahmenbedingungen sorgen
Gute Rahmenbedingungen liegen dann vor, wenn ich mich ohne Ablenkung auf die zu erledigende Aufgabe konzentrieren kann und mich dabei wohlfühle. Ablenkungen können Lärm oder Hunger genauso sein wie unbequeme Stühle oder dauernd klingelnde Handys ...
Ich bin in der Lage strategisch zu denken / längerfristige Strategien (für den BR) zu entwickeln (z.B. Kompetenzentwicklung / Nachfolgen …)
Ich kann dafür sorgen, dass der Betriebsrat Themen in Angriff nimmt, die nicht vom Arbeitgeber "gesetzt" werden / die keine kurzfristigen Ergebnisse erwarten lassen. Ich kann auch über den Rahmen einer Wahlperiode hinaus notwendige Weichenstellungen für die Arbeitsfähigkeit des Betriebsrats sehen.
Ich kann Projekte leiten: planen, Ziele vereinbaren, ..... , Ergebnisse bewerten
Ich kann einen größeren Arbeitsrahmen in kleine Teile zerlegen und dafür sorgen, dass die einzelnen Teile von kompetenten Leuten erledigt werden. Dabei verliere ich nicht den Überblick und koordiniere die einzelnen Teile.


... und noch einige Aufgabenfelder

Strategische Schwerpunktsetzung: Prioritätensetzung in der Arbeit des Gremiums
Das heißt, mit dafür zu sorgen, dass auch Themen jenseits des Tagesgeschäfts Platz in der Betriebsratsarbeit finden.
Umsetzung von inhaltlichen Schwerpunkten initiieren
Bedeutet, dafür zu sorgen, dass formulierte Absichten des BR in konkrete Tätigkeiten umgesetzt werden und sich möglichst viele BR-mitglieder daran beteiligen.
Vorbereitung und Leitung von Sitzungen
Heißt (mit) dafür zu sorgen, dass die Sitzung gut strukturiert ablaufen kann: alle kennen ausreichend vorher die Themen und alles, was wichtig ist steht auf der Tagesordnung. In der Sitzung werden alle beteiligt und es gibt einen ergebnisorientierten Ablauf. Dabei sind Sitzungen auch in Ausschüssen oder mit Vertrauensleuten gemeint.
Vorbereitung und Leitung von Versammlungen
Heißt (mit) dafür zu sorgen, dass die Versammlung gut strukturiert ablaufen kann: Es gibt eine motivierende Vorankündigung, alle kennen ausreichend vorher die Themen und alles, was auf der Tagesordnung steht ist für die Zielgruppe wichtig. In der Versammlung werden alle angesprochen und es gibt einen beteiligungsfreundlichen Ablauf. Dabei sind Versammlungen auch für Abteilungen oder mit Vertrauensleuten gemeint.
Vorbereitung und Leitung von Verhandlungen
Verhandlungen umfasst hier recht weit das Feld "Gespräche mit Entscheidungsträgern" zu für den Betriebsrat wesentlichen Themen. Zur Vorbereitung gehören die klare Formulierung der Betriebsratsinteressen und eine nachvollziehbare Begründung dafür. In der Verhandlung selbst geht es darum diese Interessen einzubringen, argumentativ zu untermauern und dafür zu sorgen, dass sie Berücksichtigung finden - möglichst ohne dabei die Beziehungen zum Verhandlungspartner zu verschlechtern.
Informationen (aus dem eigenen Bereich) ins Gremium einbringen
Das bedeutet, einen guten Blick dafür zu haben, welche Entwicklungen im eigenen Zuständigkeitsbereich für den Betriebsrat wichtig sein könnten und aktiv dafür zu sorgen, dass diese Informationen in das Gremium gebracht werden.
Sitzungen / Beschlüsse dokumentieren
Dokumentieren bezieht sich hier nicht nur auf das verfassen nachvollziehbarer Protokolle sondern auch die gleichlautende Verbreitung der wichtigsten Informationen zumindest an die betroffenen Kolleg/innen.
Controlling von Beschlüssen / Themen
Controlling heißt hier, in einem sinnvollen Zeitabstand darauf zu schauen, ob Beschlüsse umgesetzt (Themen aufgegriffen, Arbeiten erledigt ...) wurden. Damit verbunden ist es dafür zu sorgen, dass das Ergebnis transparent ist: das Gremium wird über den Stand der Dinge regelmäßig auf dem Laufenden gehalten.
Für Arbeitsfähigkeit des Gremiums sorgen (Teamkultur / -struktur)
Arbeitsfähig ist ein Gremium dann, wenn eine gemeinsame Zielsetzung existiert, die allen bekannt ist und alle (zumindest die meisten) sich an der Erledigung der notwendigen Arbeiten beteiligen. Es findet ein Austausch über die Zusammenarbeit und Arbeitsteilung statt und Konflikte werden angesprochen / gelöst.
Angemessene Aufgabenverteilung im Gremium herstellen
Bedeutet, mit den ungleichen Freiräumen der einzelnen Gremiumsmitglieder so umzugehen, dass alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten Aufgaben übernehmen und gemeinsam dafür gesorgt wird, dass jede/r entsprechende Freiräume für die Betriebsratsarbeit hat.
Für Qualifizierung von BR-Mitgliedern sorgen
Bedeutet dafür zu sorgen bzw. sich daran zu beteiligen, dass eine Bildungsplanung für das Gremium mit Blick auf die anstehenden Vorhaben durchgeführt wird.
Umgang mit Freistellungsproblemen (… für die Gremiumsarbeit)
Wenn keine Entlastung vom normalen Arbeitspensum für nicht-freigestellte Betriebsratsmitglieder erfolgt ist die Arbeitsfähigkeit des Gremiums gestört. Klärungen mit dem Vorgesetzten können nur durch das Gremium sinnvoll angegangen werden.
Außenkontakte mit potentiell unterstützenden Einrichtungen herstellen und halten
Damit sind gewerkschaftliche Strukturen wie z.B. Ortsgruppen und Regionalforen genauso gemeint wie Netzwerke, die Informationen oder sonstiges hilfreiches für die Betriebsratsarbeit bieten können.
Informationen über die BR-Arbeit in die Belegschaft transportieren
Bedeutet, die Betriebsratsarbeit so transparent zu machen, dass die Kolleg/innen wissen, womit sich der Betriebsrat beschäftigt und in welcher Form sie von der Arbeit des BR profitieren.
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